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Startseite/Mathematische Visualisierung/Mehrgitter-Relaxation

Mehrgitter-Relaxation

Fehlerdynamik der eindimensionalen Poisson-Gleichung: Jacobi und Gauß–Seidel glätten hohe Frequenzen, der V-Zyklus nimmt niedrige Moden rasch durch Restriktion des Residuums und Grobgitterkorrektur.

Relaxation

0.35
1

Jacobi und Gauß–Seidel glätten den oszillierenden Fehler rasch, lassen aber die niedrige Frequenz. Der V-Zyklus überträgt das Residuum auf grobe Gitter, löst den glatten Fehler günstiger und setzt die Korrektur durch Prolongation zurück.

Tastenkürzel

  • •Leertaste / Eingabe — Start / Pause
  • •P — Pause / Fortsetzen
  • •R — Zurücksetzen

Gemessene Größen

Iterationen / V-Zyklen0
L2-Fehler Jacobi0
L2-Fehler GS0
L2-Fehler MG0
MG niedrige Mode k=10
MG hohe Mode k=160

Zum Modell

Die Mehrgitter-Relaxation wird am eindimensionalen Poisson-Problem −u″ = f, u(0) = u(1) = 0 vorgeführt; die exakte Lösung aus einer nieder- und einer hochfrequenten Sinusmode ist bekannt. Vom Nullstart aus dämpfen Jacobi- und Gauß–Seidel-Relaxation den hochfrequenten Fehler rasch — sie sind Glätter. Der verbleibende glatte niederfrequente Fehler fällt auf dem feinen Gitter nur langsam. Der V-Zyklus berechnet das Residuum r = f − Au, überträgt es durch Restriktion auf grobe Gitter, wo der glatte Fehler oszillatorischer und günstiger wird, und setzt die Korrektur durch Prolongation zurück. Oben steht der aktuelle Fehler u − u* für Jacobi, Gauß–Seidel und Mehrgitter; unten der logarithmische Verlauf des L2-Fehlers.

Für wen: Numerische partielle Differentialgleichungen: Relaxation, Glätter, Residuumskorrektur, Restriktion und Prolongation.

Wichtige Begriffe

  • mehrgitterverfahren
  • jacobi-verfahren
  • gauß-seidel-verfahren
  • v-zyklus
  • grobgitterkorrektur
  • residuum
  • restriktion
  • prolongation

So funktioniert es

Für das 1D-Problem −u″=f werden Jacobi, Gauß–Seidel und der V-Zyklus des Mehrgitterverfahrens verglichen. Die Relaxation glättet den hochfrequenten Fehler rasch, den glatten niederfrequenten aber nur langsam; das Mehrgitterverfahren überträgt das Residuum auf das grobe Gitter, löst die Korrektur und setzt sie durch Prolongation zurück.

Wichtige Gleichungen

Solve −u″=f, u(0)=u(1)=0. Relaxation damps oscillatory error; multigrid computes residual r=f−Au, restricts it to coarse grids, solves Ae=r, and prolongs the correction u←u+e.

Häufige Fragen

Warum nehmen Jacobi und Gauß–Seidel zuerst die hohen Frequenzen?
Die lokale Relaxation aktualisiert den Knoten aus den Nachbarn. Ein oszillierender Fehler erzeugt große lokale Residuen und wird rasch gedämpft. Ein glatter niederfrequenter Fehler ist örtlich fast konsistent, daher ändert das feine Gitter ihn nur langsam.
Was leistet das grobe Gitter?
Der glatte Fehler auf dem feinen Gitter wirkt relativ zum groben weniger glatt. Die Residuumsgleichung dort liefert eine billige globale Korrektur; die Interpolation trägt sie auf das feine Gitter zurück.
Ist das ein industrielles Mehrgitterverfahren?
Nein. Geometrischer V-Zyklus für den eindimensionalen Poisson-Operator. Industrielle Löser ergänzen sorgfältige Transferoperatoren, Randbedingungen, Abbruchkriterien, die Wahl des Glätters und den Schritt auf verwickelte zwei- und dreidimensionale Netze.