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Startseite/Mathematische Visualisierung/Stabilitätsgebiete von Runge-Kutta

Stabilitätsgebiete von Runge-Kutta

Absolute Stabilität in der Ebene z = hλ für explizites Euler-Verfahren, RK2 und RK4: λ und h, Vergleich von |R(z)| und die Beschränkung des expliziten Schritts bei steifen Moden.

Stabilitätskarte

4.2
0.28
-8
6
8×

Das eingefärbte Gebiet ist die absolute Stabilität. Der orange Punkt ist z=hλ; der rosa eine schnellere Mode mit demselben Im λ und multipliziertem Re λ: so sieht man, warum steife Systeme den expliziten Schritt beschränken.

Gemessene Größen

z = hλ-2.240 + 1.680i
Euler stabil?nein
RK2 stabil?nein
RK4 stabil?nein

Zum Modell

Die Stabilitätsgebiete von Runge-Kutta liegen in der Ebene z = hλ: für die lineare Testgleichung y′ = λy liefert ein Einschrittverfahren mit fester Schrittweite den Übergang yₙ₊₁ = R(z) yₙ. Das Verfahren ist in z absolut stabil, wenn wiederholte Schritte die Mode nicht verstärken: |R(z)| ≤ 1. In der komplexen z-Ebene sind die Gebiete des expliziten Euler-Verfahrens (R = 1 + z), von RK2 (R = 1 + z + z²/2) und des klassischen RK4 (R = 1 + z + z²/2 + z³/6 + z⁴/24) eingefärbt. Schieberegler bewegen λ und h, daher wandert der Punkt z = hλ über die Karte; ein zweiter Punkt multipliziert den Realteil mit einem Steifheitsfaktor und zeigt, wie eine schnell abklingende Mode das Gebiet verlassen kann, selbst wenn die langsame Mode noch sicher ist. Das verbindet die Runge-Kutta-Formeln, den Verstärkungsfaktor und die Schrittweitenbeschränkung bei steifen DGL und bei Semidiskretisierungen partieller Differentialgleichungen.

Für wen: Numerische Mathematik: Stabilität, steife DGL, explizite Runge-Kutta-Verfahren.

Wichtige Begriffe

  • runge-kutta-verfahren
  • absolute stabilität
  • stabilitätsfunktion
  • euler-verfahren
  • rk2
  • rk4
  • steife dgl
  • testgleichung

So funktioniert es

Für die Testgleichung y′ = λy multipliziert ein Einschrittverfahren die Lösung mit R(z), wobei z = hλ. Eingefärbt sind die Gebiete |R(z)| ≤ 1 für Euler, RK2, RK4; der orange Punkt ist das aktuelle hλ, der rosa eine steifere Mode. Liegt der Punkt außerhalb des Gebiets, verstärkt der explizite Schritt eine abklingende Mode.

Wichtige Gleichungen

Test equation y′ = λy, z = hλ. Stability functions: R_E = 1+z, R_RK2 = 1+z+z²/2, R_RK4 = 1+z+z²/2+z³/6+z⁴/24. Stable when |R(z)| ≤ 1.

Häufige Fragen

Warum die Testgleichung y′ = λy?
In der Nähe einer stationären Stelle linearisieren viele Systeme auf Moden der Form e^{λt}. Das numerische Verfahren wendet auf jede solche Mode den eigenen Faktor R(hλ) an, daher zeigt der skalare Test rasch, ob eine abklingende kontinuierliche Mode auch in der diskreten Rechnung abklingt.
Warum ist RK4 nicht für alle negativ reellen λ stabil?
Bei expliziten Runge-Kutta-Verfahren sind die Stabilitätsgebiete beschränkt. Auf der negativen reellen Achse reicht RK4 etwa bis z ≈ −2,785. Ist λ stark negativ, verlässt hλ das Gebiet, wenn h nicht klein gemacht wird. Das ist die typische Schranke des expliziten Schritts bei steifem Abklingen.
Garantiert die Lage im Stabilitätsgebiet die Genauigkeit?
Nein. Stabilität heißt nur, dass die diskrete Mode nicht künstlich wächst. Bei zu großem h kann die Lösung stabil, aber ungenau sein; die Genauigkeit bestimmt weiter der Approximationsfehler und die Glätte der Aufgabe.