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Startseite/Ingenieurwesen/Bode- und Nyquist-Diagramm aus Pol-Nullstellen-Karte

Bode- und Nyquist-Diagramm aus Pol-Nullstellen-Karte

Klick in die s-Ebene: reelle oder konjugiert komplexe Pole (●) und Nullstellen (×); G(s)=K∏(s−z)/∏(s−p). Bode-Diagramm und Ortskurve mit Punkt −1; Phasen- und Amplitudenrand.

G(s) = K · ∏(s−zᵢ) / ∏(s−pⱼ)

1

Liste unten — Löschen mit × (den letzten Pol nicht entfernen).

Pole
σ=-1.00 jω=0.00
Nullstellen
—

Tastenkürzel

  • •Umschalt+Klick in der s-Ebene löscht den nächsten Pol oder die nächste Nullstelle (den letzten Pol können Sie nicht entfernen).

Gemessene Größen

Phasenrand—
ω_gc—
Amplitudenrand—
ω_−180—

Zum Modell

Pole und Nullstellen in der s-Ebene legen den Frequenzgang der offenen Übertragungsfunktion fest. Die skalare rationale Übertragungsfunktion G(s) = K ∏(s − z_i) / ∏(s − p_j) hat reelle Koeffizienten: jeder komplexe Pol oder jede komplexe Nullstelle wird als konjugiertes Paar ergänzt. Die Wurzeln setzt man per Klick in eine kompakte s-Ebene (σ gegen jω); dasselbe Modell erscheint dann dreifach: Bode-Diagramm (|G| und Phase über ω logarithmisch), Nyquist-Ortskurve G(jω) mit Bezugspunkt −1 für die Einheitsrückführung und zahlenmäßiger Phasenrand und Amplitudenrand. Die Ränder werden auf einem dichten logarithmischen ω-Gitter mit abgewickelter Phase bestimmt: gesucht ist der erste 0-dB-Durchtritt bei wachsendem ω (Phasenrand) und der erste Schnitt der abgewickelten Phase mit −180° (Amplitudenrand). Bei mehreren Schnitten (bedingt stabile Kreise, nichtminimalphasige Nullstellen) ist das Schulrezept mehrdeutig; hier gilt ausdrücklich die schulische Heuristik — unter den gefundenen Schnitten der ungünstigste Wert, kein vollständiger Robustheitsnachweis. Ergänzt die Seiten electricity/bode-diagram und electricity/nyquist-diagram.

Für wen: Klassische Regelungstechnik: Pole und Nullstellen, Bode- und Nyquist-Diagramm, Stabilitätsränder.

Wichtige Begriffe

  • Übertragungsfunktion
  • Pol
  • Nullstelle
  • Bode-Diagramm
  • Nyquist-Ortskurve
  • Phasenrand
  • Amplitudenrand
  • nichtminimalphasiges System

So funktioniert es

Die Pol-Nullstellen-Karte in der s-Ebene legt G(s)=K∏(s−z)/∏(s−p) fest; Bode und Nyquist entstehen aus demselben G(jω). Die Ränder folgen den ersten Schnitten mit 0 dB und −180° auf der abgewickelten Phase; bei mehreren Schnitten ist das eine Heuristik, kein vollständiger Robustheitsnachweis.

Wichtige Gleichungen

G(jω) = K · ∏(jω − zᵢ) / ∏(jω − pⱼ)
PM = 180° + ∠G(jω_gc) at |G(jω_gc)| = 1
GM_dB = −20 log₁₀|G(jω_pc)| at ∠G(jω_pc) = −180° (first crossings, ω increasing)

Häufige Fragen

Warum können die Ränder von einem Lehrbuchbeispiel abweichen?
Bei wirklichen L(jω) gibt es oft mehrere Schnitte mit 0 dB oder −180°. Verschiedene Quellen wählen verschiedene Schnitte. Hier gilt die Regel der ersten Schnitte bei wachsendem ω, und genommen werden der kleinste Phasenrand und der kleinste Amplitudenrand unter den gefundenen — als einfache Heuristik „ungünstigster unter den offensichtlichen“.
Was bewirken mehrere Pole im Ursprung?
Jeder Integrator hebt die Tieffrequenzverstärkung und addiert −90° Phase. Bei ω → 0 kann die Kurve „ins Unendliche laufen“, und auf der Ortskurve braucht man Einbuchtungen um den Ursprung, die diese Skizze nicht zeichnet — für Kreise vom Typ 2 und höher ist die Ortskurve qualitativ. Die Ränder können unbestimmt werden, wenn im gewählten Band die nötigen Schnitte fehlen.
Darf man eine Nullstelle in die rechte Halbebene setzen?
Ja, G(jω) bleibt definiert, aber eine nichtminimalphasige Nullstelle bringt zusätzliche Phasenverzögerung bei mittleren Frequenzen und verkleinert oft den Phasenrand. Das Nyquist-Kriterium für die Stabilität des geschlossenen Kreises verlangt dann eine sorgfältige Umlaufzählung; die Seite betont die Form von G(jω) und den Punkt −1, nicht den vollständigen Beweis.
Wie wird aus dem Klick eine Wurzel?
Die Zeigerkoordinaten werden aus Pixeln in (σ, ω) übersetzt, grob ans Gitter gebunden, damit konjugierte Paare symmetrisch bleiben. Ein Klick an der Achse jω = 0 (im Toleranzband) setzt eine reelle Wurzel; ein Klick außerhalb setzt zwei konjugierte Lagen. Umschalt+Klick löscht die der Stelle nächste Wurzel aus der Liste (Pol oder Nullstelle), den letzten Pol dürfen Sie nicht entfernen.