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Startseite/Chemie/Stern-Gerlach-Versuch (sequenziell)

Stern-Gerlach-Versuch (sequenziell)

Zwei Stern-Gerlach-Apparate: die Wahrscheinlichkeit „oben“ am zweiten ist cos²(θ/2) oder sin²(θ/2) nach dem Filter |±z⟩.

Einstellung

45°

Für Spin ½ liefert nach der Projektion auf ẑ die zweite Messung längs eines Einheitsvektors, der gegen ẑ um θ geneigt ist, P(oben) = cos²(θ/2) für den Zweig |+z⟩ und sin²(θ/2) für |-z⟩ — einen klassischen verborgenen Parameter, der alle Winkel erklärt, gibt es hier nicht.

Gemessene Größen

P(oben an SG₂)0.8536
P(unten)0.1464

Zum Modell

Im sequenziellen Stern-Gerlach-Versuch durchläuft ein Strahl von Spin-½-Teilchen (Silberatome, Elektronen) zwei Apparate. Der erste (SG₁) bereitet den Zustand längs einer Achse, etwa |+z⟩: eine Komponente ist herausgefiltert. Der zweite (SG₂) ist um den Winkel θ gedreht und misst die Projektion auf die neue Achse. Für Spin ½ ist die Wahrscheinlichkeit „oben“ am zweiten Apparat P(+) = cos²(θ/2), „unten“ P(−) = sin²(θ/2) — das Betragsquadrat der Amplitude, nicht das klassische cos²θ. Der erste Filter gilt als ideal; die Entwicklung des Wellenpakets und die Einzelheiten des Feldes B werden nicht modelliert. Ändert man θ, sieht man: die einzelnen Ausgänge sind diskret, die Wahrscheinlichkeit ändert sich stetig. Ein reiner Zustand |+z⟩ und ein Gemisch aus |+z⟩ und |−z⟩ liefern am SG₂ verschiedene Statistik.

Für wen: Quantenmechanik und Moderne Physik: Spin, Messung und Stern-Gerlach-Versuch.

Wichtige Begriffe

  • Stern-Gerlach-Versuch
  • Spin-½
  • Quantenmessung
  • Zustandspräparation
  • Projektionswahrscheinlichkeit
  • Superposition
  • Drehimpulsquantelung

So funktioniert es

Zwei Stern-Gerlach-Apparate: nach dem Filter |±z⟩ ist am SG₂ die Wahrscheinlichkeit „oben“ gleich cos²(θ/2) oder sin²(θ/2). Der Winkel θ legt die Neigung des zweiten Magneten fest. Die Zwischenbasis zählt: klassische verborgene Projektionen auf alle Achsen zugleich greifen hier nicht.

Häufige Fragen

Warum sind die Wahrscheinlichkeiten cos²(θ/2) und sin²(θ/2) und nicht cos²θ?
Spinzustände mit s = ½ verhalten sich bei Drehungen wie Objekte mit der Periode 4π, nicht 2π. Die Amplitude enthält cos(θ/2) und sin(θ/2); die Wahrscheinlichkeit ist das Betragsquadrat. Das ist eine Eigenschaft des zweikomponentigen Spinors, keine klassische Dipolprojektion.
Was geschieht, wenn man nach dem ersten Apparat eine Komponente nicht ausblendet?
Am SG₂ kommt ein Gemisch aus |+z⟩ und |−z⟩ an, und die Anteile mitteln sich. Die Formel cos²(θ/2) gilt für den reinen Zustand nach dem Filter. Hier ist gerade vorausgesetzt, dass ein Zweig abgeschnitten ist.
Geht das nur um den Elektronenspin?
Dieselbe Mathematik beschreibt jedes Zweiniveausystem: die Polarisation des Photons (dort steht in der Formel ein anderer Winkel), den Kernspin in der NMR und das Qubit. Der Stern-Gerlach-Versuch ist das historische Vorbild einer solchen Messung.
Sind die Kraft auf das magnetische Moment und die Bahnen der Atome berücksichtigt?
Nein. Die Kraft F = ∇(μ·B), die im Magneten die Strahlen räumlich trennt, wird nicht gerechnet. Auf dem Bildschirm stehen nur die Wahrscheinlichkeiten der Ausgänge nach der Zustandspräparation und der zweiten Messung.