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Startseite/Chemie/Lindblad-Dekohärenz

Lindblad-Dekohärenz

Zweiniveau-Bloch-Gleichung im rotierenden Bezugssystem: Treibfeld Ω, Verstimmung Δ, longitudinale Relaxation T₁ und transversaler Zerfall T₂. Der Bloch-Vektor läuft spiralförmig ins Kugelinnere — das geometrische Bild der Dekohärenz.

Treibfeld Ω + Dissipation T₁, T₂

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Mastergleichung im rotierenden Bezugssystem: du/dt = Δv − u/T₂, dv/dt = −Δu + Ωw − v/T₂, dw/dt = −Ωv − (w+1)/T₁. T₁ relaxiert die Population in den Grundzustand (w → −1); T₂ dämpft die Kohärenzen u, v; der Bloch-Vektor zieht sich ins Kugelinnere zurück — das geometrische Bild der Dekohärenz. Die physikalische Schranke 1/T₂ ≥ 1/(2T₁) ist erzwungen.

Gemessene Größen

u_z = ⟨σ_z⟩0.000
P(|0⟩)0.500
|u|1.000
Reinheit Tr ρ²1.000

Zum Modell

Lindblad-Dekohärenz beschreibt ein offenes Zweiniveausystem durch die Lindblad-Gleichung; im Lehrbild ist das die Bloch-Gleichung im rotierenden Bezugssystem: kohärentes Treibfeld Ω, Verstimmung Δ, longitudinale Relaxation T₁ und transversaler Zerfall T₂. Der Bloch-Vektor u = (u_x, u_y, u_z) läuft spiralförmig ins Innere der Einheitskugel, während Populationen und Kohärenzen abklingen. Auf dem Bildschirm stehen P(|0⟩), die Reinheit Tr(ρ²) und die drei Komponenten. Das Modell ist markovsch (Lindblad / Bloch–Redfield) für ein Qubit in einem Bad ohne Gedächtnis: kein nichtmarkovisches Rauschen, kein Abfließen in andere Niveaus, keine Impulsverzerrungen. Die Rabi-Nutation konkurriert mit Relaxation und Dephasierung; für physikalische Raten gilt T₂ ≤ 2 T₁.

Für wen: Quanteninformation, NMR, supraleitende Qubits und Quantenoptik: offene Zweiniveausysteme.

Wichtige Begriffe

  • Lindblad-Gleichung
  • Dekohärenz
  • Bloch-Vektor
  • Relaxation T₁
  • Dephasierung T₂
  • Reinheit des Zustands

So funktioniert es

Bloch-Gleichung im rotierenden Bezugssystem: Treibfeld Ω und Verstimmung Δ drehen den Bloch-Vektor, die Kanäle T₁ und T₂ verkürzen ihn. Die Länge |u| = 1 entspricht einem reinen Zustand; Dissipation führt auf Tr(ρ²) < 1. Auf dem Bildschirm die Kugel, P(|0⟩), die Reinheit und die Graphen u_x, u_y, u_z. Zusammenhang der Zeiten: 1/T₂ = 1/(2T₁) + 1/T_φ, daher T₂ ≤ 2 T₁.

Häufige Fragen

Warum zieht sich der Bloch-Vektor ins Kugelinnere zurück?
Die Länge |u| = 1 entspricht einem reinen Zustand (Tr ρ² = 1). Amplitudendämpfung und reine Dephasierung führen die Dichtematrix in einen gemischten Zustand, daher |u| < 1 und die Reinheit fällt. Der Irrtum ist, Dekohärenz drehe nur u: dissipative Kanäle verkürzen ihn zusätzlich.
Wie hängen T₁ und T₂ zusammen?
Die Energierelaxation mit der Rate 1/T₁ zerstört auch die transversale Kohärenz, daher darf T₂ in den üblichen Bloch-Gleichungen 2 T₁ nicht überschreiten. Zusätzliche reine Dephasierung kürzt T₂ weiter: 1/T₂ = 1/(2T₁) + 1/T_φ. T₂ > 2 T₁ ist in diesem Modell unphysikalisch.
Was geschieht bei Ω = 0 und Δ = 0?
Ohne Treibfeld und Verstimmung relaxiert die longitudinale Komponente u_z exponentiell auf der Zeitskala T₁ in den Grundzustand, u_x und u_y klingen in T₂ ab. Die Populationen gehen gegen die thermischen (im didaktischen Nulltemperatur-Bild gegen |0⟩), die Kohärenzen verschwinden.