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Startseite/Chemie/Gray-Scott-Modell

Gray-Scott-Modell

Reaktions-Diffusions-System für die Konzentrationen u und v: Korallen, Teilung von Flecken, „Würmer“, Spiralen; Parameter D_u, D_v und Schritt Δt.

Modell

0.16
0.08
0.22
4

Explizites Euler-Verfahren auf dem Gitter 100²; die Farbe folgt vor allem dem Katalysator v. Am Rand wird der Laplace-Operator nicht berechnet (Rand ausgelassen).

Gemessene Größen

f0.0550
k0.0620

Zum Modell

Das Gray-Scott-Modell ist ein Reaktions-Diffusions-System zweier Stoffe: des Substrats U und des Autokatalysators V. Die Gleichungen: ∂U/∂t = D_u ∇²U − UV² + F(1−U) und ∂V/∂t = D_v ∇²V + UV² − (F+k)V, wobei D_u und D_v die Diffusionskoeffizienten sind, F die Zufuhrgeschwindigkeit des Substrats, k die Entfernungsgeschwindigkeit von V und UV² die autokatalytische Stufe. Unterschiedliche Diffusion und nichtlineare Kinetik ergeben räumliche Strukturen — Flecken, Streifen, Spiralen (Turing-Instabilität). Einstellbar sind D_u, D_v, F, k und der Zeitschritt. Das ist eine schematische Zweikomponenten-Kinetik, kein konkretes Rezept wie die Belousov-Zhabotinsky-Reaktion: die detaillierte Thermodynamik fehlt. Die Vorlagen setzen die Regime „Korallen“, Teilung, „Würmer“, Spiralen.

Für wen: Studium: nichtlineare Dynamik, Reaktions-Diffusions-Systeme, Morphogenese.

Wichtige Begriffe

  • Reaktions-Diffusions-System
  • Autokatalyse
  • Turing-Instabilität
  • Diffusionskoeffizient
  • Morphogenese
  • Strukturbildung

So funktioniert es

Zwei Konzentrationen u und v entwickeln sich nach den Gray-Scott-Gleichungen auf dem Gitter: Diffusion plus Autokatalyse UV², Zufuhr F und Entfernung k. Auf dem Bildschirm zeigt die Farbe vor allem den Katalysator v. Die Vorlagen (f, k) schalten die Regime — Korallen, Teilung, „Würmer“, Spiralen; die Schieber D_u, D_v und Δt ändern Maßstab und Stabilität der Rechnung.

Häufige Fragen

Sind das dieselben Muster wie in der Belousov-Zhabotinsky-Reaktion?
Nein. Die Bilder sind numerische Lösungen der Gray-Scott-Gleichungen. Sie ähneln qualitativ den Strukturen realer Reaktions-Diffusions-Systeme und der Tierfärbung, entsprechen aber keinem konkreten chemischen Rezept.
Warum ändert das Verhältnis von D_u und D_v das Bild?
Strukturen entstehen, wenn das Substrat U merklich schneller diffundiert als der Autokatalysator V (Turing-Instabilität). Ist D_v gegenüber D_u zu groß, glättet die Diffusion die Inhomogenitäten. Das Verhältnis D_v/D_u setzt Maßstab und Typ der Struktur.
Was sind die Zufuhr F und der „Abbau“ k?
F ist die stetige Zufuhr frischen Substrats U, k die Geschwindigkeit des Zerfalls oder der Entfernung von V. Zusammen setzen sie das Gleichgewicht zwischen homogenem stationärem Zustand und der nichtlinearen Stufe UV². Hohes F und niedriges k geben häufiger ein homogenes Feld; niedriges F und mäßiges k — komplexe Strukturen.
Wie hängt das mit der Morphogenese zusammen?
Turing schlug vor, dass lokale Reaktion und unterschiedliche Diffusion ein globales Muster ergeben können — Streifen, Flecken — ohne vorher festgelegten Plan. Das Gray-Scott-Modell ist ein rechnerisches Beispiel desselben Mechanismus.