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Startseite/Chemie/Drude-Sommerfeld-Transport

Drude-Sommerfeld-Transport

Drude-Modell: Stoßzeit τ, Beweglichkeit μ, Leitfähigkeit σ(ω), mittlere freie Weglänge ℓ = v_F τ, Eindringtiefe δ(ω) und Hall-Effekt σ_xx(B), σ_xy(B).

Drude-Modell

1
1.2
1
0.6
0.8

e=m=1. **Re σ** fällt bei **ωτ≳1** → der Wechselstromwiderstand und die Rolle der Eindringtiefe **δ** wachsen. Für **δ** wird die Modell-σ wie bei Kupfer skaliert, 1 Einheit **ω** entspricht **2π MHz**. Hall: **σ_xy∝B** bis zur Sättigung bei **ω_cτ≫1**.

Gemessene Größen

σ₀ (Gleichstrom)1.200
Beweglichkeit μ1.000
freie Weglänge ℓ1.000
Re σ(ω)0.882
Eindringtiefe δ143.61µm
σ_xy (Gleichstrom)0.585

Zum Modell

Das Drude-Sommerfeld-Modell beschreibt Metalle als Gas freier Elektronen mit der Relaxationszeit τ. Beim Gleichstrom gilt σ₀ = ne²τ/m, die Beweglichkeit μ = eτ/m und die mittlere freie Weglänge ℓ = v_F τ. Die komplexe Leitfähigkeit σ(ω) = σ₀/(1−iωτ) liefert den Abfall von Re σ bei ω ∼ 1/τ und ein Maximum von Im σ — daraus folgen die Frequenzabhängigkeit des Widerstands und der Skin-Effekt, δ = √(2/(ωμ₀ Re σ)). Im Feld B: σ_xx = σ₀/(1+(ω_cτ)²), σ_xy = σ₀ ω_cτ/(1+(ω_cτ)²), ω_c = eB/m. Auf dem Bildschirm σ(ω), die Hall-Komponenten über B, die Eindringtiefe δ(ω) und eine Skizze von ℓ. Im Modell ist e = m = 1; für δ wird die Leitfähigkeit auf Kupfermaßstab gebracht, eine Einheit ω entspricht 2π MHz, damit die Werte in µm mit der Seite zum Skin-Effekt vergleichbar sind.

Für wen: Festkörperphysik im Bachelor nach dem Modell freier Elektronen: Leitfähigkeit, Skin-Effekt und klassischer Hall-Effekt.

Wichtige Begriffe

  • drude-modell
  • sommerfeld-theorie
  • stoßzeit
  • beweglichkeit
  • wechselstromleitfähigkeit
  • mittlere freie weglänge
  • eindringtiefe
  • hall-effekt

So funktioniert es

Drude-Modell: σ₀ = nτ, σ(ω) = σ₀/(1−iωτ), μ = τ, ℓ = v_F τ (e = m = 1). Oben Re σ und Im σ über der Frequenz; rechts σ_xx(B) und σ_xy(B); unten die Eindringtiefe δ(ω) = √(2/(ωμ₀ Re σ)) und der Balken der freien Weglänge ℓ. Für δ wird die Modell-σ auf Kupfermaßstab gebracht, eine Einheit ω entspricht 2π MHz.

Häufige Fragen

Was ist die Stoßzeit τ?
Die mittlere Zeit zwischen Stößen an Störstellen, Phononen und Defekten. Je kleiner τ, desto niedriger die Beweglichkeit μ und desto höher der Widerstand.
Warum fällt Re σ(ω) bei hohen Frequenzen?
Bei ωτ ≳ 1 können die Elektronen dem Feld nicht mehr folgen: der dissipative (gleichphasige) Anteil der Leitfähigkeit nimmt ab.
Wie hängt die Leitfähigkeit mit dem Skin-Effekt zusammen?
Wechselstrom dringt nur bis zur Tiefe δ ein, die durch Re σ(ω) gesetzt wird. Der Abfall von σ bei hohem ω geht in die Frequenzabhängigkeit von δ ein.
Wie sieht der Hall-Effekt im Drude-Modell aus?
σ_xy wächst proportional zu B, während σ_xx unterdrückt wird — das klassische Bild vor den Quantenplateaus des Quanten-Hall-Effekts.