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Startseite/Astronomie und Himmel/Relativistischer Doppler-Effekt

Relativistischer Doppler-Effekt

f_obs = f₀ √(1 − β²) / (1 − β cos θ); Wellenfronten und transversale Rotverschiebung f₀/γ bei θ = 90°.

Geometrie von Quelle und Beobachter

0.5
0°
540 THz
1×

Eine Quelle mit v = βc sendet monochromatisches Licht der Ruhfrequenz f₀. Der Beobachter unter dem Winkel θ zur Geschwindigkeit registriert f_obs = f₀ · √(1 − β²) / (1 − β cos θ). Für θ = 0 (frontal) ergibt das die longitudinale Blauverschiebung √((1+β)/(1−β)); θ = π die entsprechende Rotverschiebung. Bei θ = π/2 bleibt nur der Zeitdilatationsfaktor — die transversale Doppler-Verschiebung f₀/γ —, eine rein relativistische Vorhersage, bestätigt etwa durch Mößbauer-Rotor- und Ives–Stilwell-Experimente.

Gemessene Größen

γ1.1547
f_obs / f₀1.7321
λ_obs320.43 nm
Rotverschiebung z-0.4226

Zum Modell

Relativistischer Doppler-Effekt: eine Quelle mit der Ruhfrequenz f₀ bewegt sich mit v = βc, der Beobachter unter dem Winkel θ misst f_obs = f₀ √(1 − β²) / (1 − β cos θ). Die Formel verbindet die gewöhnliche Geometrie des Doppler-Effekts mit der Zeitdilatation. Animierte Wellenfronten im Laborsystem zeigen Stauchung vorn und Dehnung hinten; ein Streifen 380–700 nm bildet die Verschiebung der Referenzlinie 555 nm in die scheinbare Farbe ab. Bei θ = 90° ist der Nenner 1, es bleibt die rein relativistische transversale Rotverschiebung f_obs = f₀/γ. Idealisierungen: Inertialbewegung, monochromatische Ruhfrequenz, ohne gravitative Rotverschiebung, ein Beobachterwinkel. Ändern Sie β, θ und f₀ und vergleichen Sie longitudinale Blau- und Rotverschiebung mit dem transversalen Fall.

Für wen: SRT und Astrophysik: relativistischer Doppler-Effekt und transversale Rotverschiebung.

Wichtige Begriffe

  • relativistischer doppler-effekt
  • transversaler doppler-effekt
  • rotverschiebung
  • blauverschiebung
  • lorentz-faktor
  • wellenfronten

So funktioniert es

Relativistischer Doppler-Effekt: die beobachtete Frequenz ist f_obs = f₀ √(1−β²)/(1−β cos θ), wobei f₀ die Ruhfrequenz der Quelle und θ der Winkel zwischen Geschwindigkeit und Sehstrahl zum Beobachter ist. Die Wellenfronten im Labor verdichten sich vor der Quelle und lockern sich hinter ihr. Bei θ = 90° bleibt die transversale Rotverschiebung f_obs = f₀/γ — Folge der Zeitdilatation, die in der klassischen Akustik fehlt.

Häufige Fragen

Warum gibt es bei 90° eine Frequenzverschiebung?
Die klassische Akustik liefert in erster Ordnung keine Verschiebung bei transversal bewegter Quelle im Moment der Emission, in der SRT bleibt aber die Zeitdilatation: f_obs = f₀/γ < f₀. Diese transversale Rotverschiebung ist ein Kennzeichen der Relativitätstheorie und an Strahlen und rotierenden Quellen bestätigt. Der Irrtum ist, bei θ = 90° gebe es „keine Verschiebung“ nach klassischer Intuition.
Worin unterscheidet sich der relativistische Doppler-Effekt vom gewöhnlichen?
Die Entwicklung für β ≪ 1 stellt den klassischen longitudinalen Faktor ≈ 1 + β cos θ plus Terme höherer Ordnung mit dem Beitrag von γ wieder her. Frontale Annäherung (θ = 0) gibt Blauverschiebung, Entfernen Rotverschiebung. Der Spektralstreifen macht schon bescheidene relative Verschiebungen als Farbwechsel der Linie 555 nm sichtbar.
Ist das dieselbe Erscheinung wie die kosmologische Rotverschiebung?
Nein. Die kosmologische Verschiebung entsteht durch die Expansion des Raums zwischen Emission und Beobachtung; hier ist der relativistische Doppler-Effekt einer bewegten Quelle in der flachen Raumzeit. Beide strecken Wellenlängen, Physik und Formeln sind aber verschieden. Gravitative Rotverschiebung wird nicht berücksichtigt.