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Startseite/Wellen und Schall/Kelvin-Kielwelle

Kelvin-Kielwelle

V-förmiges Kielwasser auf Tiefwasser: Strahlen unter arcsin(1/3) ≈ 19,47° zum Kurs auf jeder Seite; der Winkel hängt nicht von der Fahrtgeschwindigkeit ab.

Kielwasser

0.45
0.55

Das wirkliche Kielwasser enthält Familien transversaler und divergenter Wellen; hier steht der feste Keilwinkel in der idealisierten Tiefwassergrenze im Vordergrund.

Gemessene Größen

Halbwinkel θ (Strahl zur Bahn achteraus)19.47°
Voller Keil 2θ (zwischen den Strahlen)38.94°

Zum Modell

Die Kelvin-Kielwelle ist das kennzeichnende V-Muster hinter einem Körper, der sich gleichförmig auf Tiefwasser bewegt. In der linearen Theorie der Schwerewellen sammelt die Dispersion ω² ≈ g|k| die Energie längs zweier Strahlen unter dem Winkel arcsin(1/3) ≈ 19,47° zum Kurs (volle Öffnung etwa 38,94°). In dieser Idealisierung hängt der Winkel nicht von der Schiffsgeschwindigkeit ab. Das wirkliche Kielwasser ist reicher: transversale und divergente Wellen, endliche Tiefe, Viskosität und Nichtlinearität. Hier bleibt nur die klassische Keilgeometrie als Folge der Dispersion. Der Schieberegler der Geschwindigkeit ändert die Animation der Fahrt, nicht den Strahlwinkel.

Für wen: Hydrodynamik im Studium: Dispersion von Wasserwellen und Schiffskiel.

Wichtige Begriffe

  • Kelvin-Kielwelle
  • Wellendispersion
  • Schwerewellen
  • Tiefwasser
  • Kelvin-Winkel
  • Gruppengeschwindigkeit
  • transversale und divergente Wellen

So funktioniert es

Hinter der Quelle auf Tiefwasser sammelt sich die Wellenenergie zur V-förmigen Kelvin-Kielwelle: jeder äußere Strahl läuft unter arcsin(1/3) ≈ 19,47° zum Kurs (volle Öffnung ≈ 38,94°). Das folgt aus der Dispersion ω² ≈ g|k|. Auf dem Bildschirm die Keilgeometrie, ohne das volle Bild transversaler und divergenter Wellen.

Häufige Fragen

Warum ändert sich der Winkel nicht, wenn ich den Geschwindigkeitsschieber bewege?
In der idealisierten Tiefwasserlage ist der klassische Keilwinkel durch arcsin(1/3) festgelegt und unabhängig von der Quellgeschwindigkeit. Der Schieber ändert nur die Animation der Bewegung. Bei endlicher Tiefe, Nichtlinearität und Interferenz der Wellenfamilien wird das Bild komplizierter.
Ist das dasselbe wie der Machsche Kegel?
Nein. Der Machsche Kegel gehört zur Überschallbewegung in einem Medium ohne diese Dispersion, Winkel sin μ = 1/M. Die Kelvin-Kielwelle folgt aus der Wasserdispersion ω(k); die 19,47° sind spezifisch für die Tiefwasser-Schwerewelle.
Sieht man transversale Wellen zwischen den Strahlen?
Nein. Gezeichnet sind nur die äußeren Keile. Das volle Bild ist die Interferenz vieler Komponenten, oft „federartig“. Hier zählt der Schlüsselwinkel, nicht das vollständige Feld.
Worin unterscheidet sich das von einem Tsunami auf Flachwasser?
Tsunamis beschreibt man gewöhnlich in der Flachwassernäherung c ≈ √(gH), wo die Dispersion eine andere ist und die Tiefenänderung an der Küste die Hauptrolle spielt. Die Kelvin-Kielwelle ist Tiefwasser und Schiffswellen: die Physik ist verwandt (Schwerewellen), Maßstäbe und vorherrschende Effekte sind andere.