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Startseite/Klassische Mechanik/Freie Flüssigkeitsoberfläche

Freie Flüssigkeitsoberfläche

Im Behälter mit der Beschleunigung a ist die Oberfläche eine Ebene, tan α = a/g. Im rotierenden Eimer ein Rotationsparaboloid z = (ω²/(2g)) r².

Modus

3.5 m/s²

Tastenkürzel

  • •Wechseln Sie zwischen Linear und Rotation: Neigung und Rotationsparaboloid
  • •Im linearen Modus erhöhen Sie a und vergleichen Sie mit tan α

Gemessene Größen

tan α = a/g0.357
α19.6°

Zum Modell

Die freie Flüssigkeitsoberfläche ist in der ruhenden Flüssigkeit eine Äquipotentialfläche. Im Behälter mit konstanter waagerechter Beschleunigung a ist die effektive Schwere g_eff = g − a; die Oberfläche steht senkrecht auf g_eff, daher tan α = a/g. Im mit der Winkelgeschwindigkeit ω rotierenden Zylinder rotiert die Flüssigkeit im stationären Zustand wie ein starrer Körper: Zentrifugalkraft und Gewichtskraft ergeben das Rotationsparaboloid z(r) = (ω²/(2g)) r². Winkel und Krümmung hängen nicht vom Volumen ab — das Volumen bestimmt nur, welcher Teil des Gefäßes gefüllt ist. Die Flüssigkeit ist ideal und inkompressibel; Schwappen und Kapillarität fehlen.

Für wen: Oberstufe und 1. Semester: nichtinertiale Systeme, Hydrostatik, Trägheitskräfte.

Wichtige Begriffe

  • nichtinertiales Bezugssystem
  • effektive Schwere
  • Trägheitskraft
  • freie Oberfläche
  • Rotationsparaboloid
  • hydrostatisches Gleichgewicht
  • Zentrifugalkraft

So funktioniert es

Linearer Behälter: im nichtinertialen System ist der Vektor g_eff = g − a geneigt, die freie Oberfläche steht senkrecht darauf, tan α = a/g. Rotierender Eimer: Zentrifugalkraft und Gewichtskraft ergeben das Paraboloid z ∝ r² (ω auf dem Bildschirm ist ein Maßstab, keine Kalibrierung des Versuchsstands).

Wichtige Gleichungen

tan α = a/g · Rotation: z ~ (ω² r²)/(2g) (ideale starre Rotation)

Häufige Fragen

Warum ist die Oberfläche im beschleunigenden Wagen geneigt, bei gleichförmiger Fahrt aber nicht?
Bei konstanter Geschwindigkeit ist das System inertial: die Gewichtskraft zeigt lotrecht, die freie Oberfläche ist waagerecht. Bei Beschleunigung tritt eine Trägheitskraft entgegen a auf; ihre Summe mit mg steht senkrecht auf der neuen Äquipotentialfläche — einer geneigten Ebene.
Ist das Rotationsparaboloid im rotierenden Eimer dasselbe wie die „künstliche Schwere“ auf einer Raumstation?
Derselbe Grundsatz: die effektive Schwere ist die Summe aus g und der Zentrifugalbeschleunigung. Die Flüssigkeitsoberfläche selbst wird zur Äquipotentialfläche. Auf der Station legt man den „Boden“ längs einer solchen Fläche; hier zeichnet sie die freie Oberfläche.
Hängt der Winkel oder die Form des Paraboloids von der Flüssigkeitsmenge ab?
Nein. tan α = a/g hängt nicht vom Volumen ab — das Volumen verschiebt nur, wo die Ebene die Wände schneidet. Die Krümmung des Paraboloids ω²/(2g) ist ebenfalls unabhängig vom Volumen: es bestimmt die Tiefe in der Mitte und am Rand.
Warum nennt man Trägheitskräfte Scheinkräfte?
Sie entstehen durch die Beschleunigung des Bezugssystems, nicht durch die Wechselwirkung zweier Körper. Ein Beobachter im Inertialsystem führt diese Kräfte nicht ein: die Flüssigkeit im Behälter „bleibt zurück“, im rotierenden Eimer laufen die Elemente auf Kreisen unter dem Druckgefälle.