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Startseite/Mathematische Visualisierung/Sandhaufen nach Bak-Tang-Wiesenfeld

Sandhaufen nach Bak-Tang-Wiesenfeld

Abelsches Modell: Körner hinzu, bei Höhe ≥ 4 Abrutschen auf die Nachbarn. Lawinen ohne Anpassung der Schwelle — selbstorganisierte Kritikalität.

Aufschütten

3

Stabile Höhen 0–3; Kaskaden umfassen alle Skalen auf einem großen Gitter — klassisches Spielzeug mit 1/f-ähnlichem Verhalten.

Gemessene Größen

Körner zugegeben0
Umkippen pro Bild0

Zum Modell

Der Sandhaufen nach Bak-Tang-Wiesenfeld ist ein abelscher Zellularautomat auf einem quadratischen Gitter. In eine Zelle kommt ein Korn; die Höhe wächst um 1. Bei Höhe ≥ 4 rutscht die Zelle ab: je ein Korn an die vier Nachbarn (von-Neumann-Nachbarschaft). Die Nachbarn können die Schwelle ebenfalls überschreiten — eine Lawine. Die endgültige stabile Konfiguration hängt nicht von der Reihenfolge der Abrutsche ab (Abelschheit). Nach vielen zufälligen Zugaben findet das System selbst den kritischen Zustand: die Lawinengrößen folgen einem Potenzgesetz, es gibt keine charakteristische Skala. Trägheit, Kornform und Reibung fehlen — nur Schwelle und Umverteilung; Körner am Gitterrand verlassen das Gitter.

Für wen: Statistische Physik und komplexe Systeme: selbstorganisierte Kritikalität, potenzgesetzliche Lawinen.

Wichtige Begriffe

  • selbstorganisierte kritikalität
  • bak-tang-wiesenfeld-modell
  • lawine
  • potenzverteilung
  • kritischer zustand
  • zellularautomat
  • abelscher sandhaufen

So funktioniert es

Auf einem quadratischen Gitter kommt ein Korn in eine zufällige Zelle. Ist die Höhe ≥ 4, gibt die Zelle je ein Korn an die vier Nachbarn; die können ebenfalls abrutschen — eine Lawine. Nach vielen Zugaben findet der Haufen selbst den kritischen Zustand: die Lawinengrößen haben keine charakteristische Skala (Potenzgesetz). Die Schwelle 4 wird nicht von außen eingestellt — darin liegt die selbstorganisierte Kritikalität.

Häufige Fragen

Ist das ein realistisches Modell eines echten Sandhaufens?
Nein. Beim echten Sand zählen Kornform, Reibung und Trägheit; oft gibt es eine typische Abrutschgröße. Hier wirken nur lokale Schwelle und Umverteilung — damit man skaleninvariante Lawinen sieht.
Was bedeutet „Potenzgesetz“ für die Lawinen?
Es gibt keine typische Größe. Die Wahrscheinlichkeit einer Lawine der Größe s verhält sich wie s^{−τ}. Kleine Ereignisse sind häufig, seltene große können das ganze Gitter erfassen. Das Fehlen einer charakteristischen Skala ist ein Zeichen der Kritikalität.
Warum heißt das Modell abelsch?
Die endgültige stabile Konfiguration nach dem Hinzufügen von Körnern hängt nicht von der Reihenfolge ab, in der instabile Zellen abgerutscht sind. Das ist Kommutativität und erleichtert die Analyse.