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Startseite/Gravitation und Bahnen/Gezeiten Erde–Mond

Gezeiten Erde–Mond

Gleichgewichts-Flutberge; Mondbahn; Abstand benachbarter Fluten etwa 12,4 h.

Animation

1×

Vereinfachtes Gleichgewichts-Gezeitenfeld: zwei Wülste längs der Linie zum Mond (und der Trägheitswulst auf der Rückseite). Reale Ozeane — Kontinente, Resonanz, Phasenverzögerung; Abstand benachbarter Fluten nach dem Mondtag etwa 12.42 h (zwei Maxima pro Mondtag).

Gemessene Größen

≈ Abstand zwischen den Fluten (Mondtag)12.42h

Zum Modell

Gezeiten Erde–Mond: der Unterschied der Mondanziehung auf der nahen und der fernen Erdseite streckt den Ozean zu zwei Bergen. Einer zeigt zum Mond, der zweite liegt gegenüber: das ferne Wasser bleibt hinter dem Erdmittelpunkt zurück. Die Berge stehen nahezu fest zur Linie Erde–Mond; die Erde rotiert darunter, daher erlebt ein Ort an der Küste zwei Fluten und zwei Ebben pro Mondtag. Der Abstand benachbarter Fluten beträgt etwa 12,4 h: in einem Tag rückt der Mond auf seiner Bahn vor, und die Erde muss sich etwas mehr als 360° drehen. Gleichgewichtsmodell: der Ozean folgt dem Potential sofort; Kontinente, Beckenresonanz und Phasenverzögerung fehlen. Solare Spring- und Nipptiden sind in der Animation nicht gezeigt.

Für wen: Schulphysik und Astronomie; Geowissenschaften: Gezeitenkräfte, System Erde–Mond.

Wichtige Begriffe

  • Gezeitenkraft
  • Gleichgewichtsgezeiten
  • Flutberg
  • Gravitationsgradient
  • Mondgezeiten
  • Springtide
  • Nipptide
  • Mondtag

So funktioniert es

Die Gezeitenkraft ist der Gradient des Mondfeldes über den Erddurchmesser: Δg ∝ 1/r³. Auf der nahen Seite wird das Wasser etwas stärker zum Mond gezogen, auf der fernen eilt der Erdmittelpunkt dem Wasser voraus — zwei Berge. Die Erdrotation trägt den Beobachter etwa zweimal pro Mondtag durch die Berge. Auf dem Bildschirm: Schema der Wülste längs der Linie Erde–Mond, keine Hydrodynamik des Ozeans.

Wichtige Gleichungen

Δg der Gezeiten ∝ 1/r³ → differentielle Anziehung über die Erde
Zwei Wülste · Periode durch Erdrotation und Mondbahn

Häufige Fragen

Warum zwei Berge? Zieht der Mond das Wasser nicht nur zu sich?
Der nahe Berg: das Wasser wird stärker zum Mond gezogen als der Erdmittelpunkt. Der ferne: umgekehrt — der Erdmittelpunkt rückt stärker zum Mond als das ferne Wasser, das Wasser bleibt zurück. Beide Berge entstehen durch den Kraftunterschied über den Erddurchmesser, nicht durch eine einzige Richtung zum Mond.
Warum etwa 12,4 h zwischen den Fluten und nicht genau 12?
Die Erde dreht sich in etwa 24 Stunden um 360°, aber in dieser Zeit rückt der Mond auf seiner Bahn vor. Ein Ort an der Küste muss sich etwas mehr als eine Umdrehung drehen, um wieder unter demselben Berg zu liegen. Die Zugabe von etwa 50 Minuten pro Tag ergibt den Abstand ≈ 12 h 25 min.
Kann man mit diesem Modell die Gezeiten im Hafen vorhersagen?
Nein. Die Gleichgewichtstheorie nimmt einen Ozean ohne Kontinente und sofortige Antwort an. Reale Höhe und Phase hängen von Küstenlinie, Wassertiefe und der Trägheit des Wassers ab. Hier nur die Ursache der zwei Berge und die mondbedingte Periodenverschiebung.
Welche Rolle spielt die Sonne?
Die Sonne erzeugt ebenfalls Flutberge, etwa halb so stark wie die des Mondes wegen des größeren Abstands. Bei Neu- und Vollmond addieren sich die Kräfte (Springtiden); im ersten und letzten Viertel heben sie sich teilweise auf (Nipptiden). In der Animation ist nur der Mond gezeigt.