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Startseite/Thermodynamik/Nassdampf im T-s-Diagramm

Nassdampf im T-s-Diagramm

Zweiphasengebiet des Wassers im T–s-Diagramm: Sättigungskurven, waagerechte Isobare, Dampfgehalt x und Überhitzung.

Zustand (Schema)

0.45
0.42

Unter der Sättigungsglocke gilt: konstanter Druck heißt konstante Temperatur, die Isobare ist im T–s waagerecht. Die spezifische Entropie läuft von s_f der gesättigten Flüssigkeit zu s_g des Sattdampfs, während x von 0 nach 1 geht. Das sind keine Dampftafeln — nur Form und Ideen.

Gemessene Größen

x0.42
s (Gemisch s_f + x(s_g−s_f))0.480 rel.

Zum Modell

Nassdampf ist das Gleichgewichtsgemisch aus gesättigter Flüssigkeit und gesättigtem Dampf: Druck und Temperatur sind über die Sättigungskurve gekoppelt und lassen sich nicht unabhängig wählen. Im Temperatur–Entropie-Diagramm begrenzt die Sättigungsglocke das Zweiphasengebiet: links die Siedelinie (Dampfgehalt x = 0), rechts die Taulinie (trockener Sattdampf, x = 1); beide treffen sich im kritischen Punkt. Unter der Glocke ist die Isobare waagerecht — Folge der Clausius-Clapeyron-Gleichung. Der Dampfgehalt ist der Massenanteil des Dampfes, x = m_g / (m_f + m_g); im T–s liefert das Hebelgesetz x = (s − s_f) / (s_g − s_f). Rechts der Glocke liegt überhitzter Dampf: bei konstantem Druck steigen Temperatur und Entropie. Druckniveau und x sind wählbar; Stoffwerttafeln und Druckverluste in der Strömungsmaschine bleiben außen vor.

Für wen: Technische Thermodynamik: reine Stoffe, T–s-Diagramme, Nassdampf.

Wichtige Begriffe

  • sättigungsglocke
  • t–s-diagramm
  • dampfgehalt
  • sättigungskurve
  • zweiphasengemisch
  • isobare
  • clausius-clapeyron-gleichung
  • überhitzter dampf

So funktioniert es

Für einen reinen Stoff begrenzen die Sättigungskurven von Flüssigkeit und Dampf das Zweiphasengebiet im Temperatur–Entropie-Diagramm. Der Dampfgehalt x = (s − s_f)/(s_g − s_f) legt die Lage zwischen ihnen auf der Isobare fest. Überhitzter Dampf liegt rechts der Glocke bei höheren T und s.

Wichtige Gleichungen

s = (1−x) s_f + x s_g · 0 ≤ x ≤ 1 im Nassdampf

Häufige Fragen

Warum ist die Isobare unter der Sättigungsglocke waagerecht?
Im Zweiphasengebiet eines reinen Stoffes sind Sättigungsdruck und Sättigungstemperatur eindeutig gekoppelt (Clausius-Clapeyron-Gleichung). Die Linie konstanten Drucks fällt daher mit der Isotherme zusammen und verläuft im T–s-Diagramm waagerecht.
Was bedeutet der Dampfgehalt x = 0,7?
Im Gemisch sind 70 % der Masse Dampf, 30 % gesättigte Flüssigkeit. Über x rechnet man die spezifischen Gemischgrößen, etwa s = (1 − x) s_f + x s_g. Für die Turbine ist x wichtig, weil Flüssigkeitstropfen die Schaufeln erodieren.
Worin unterscheidet sich diese Skizze vom Dampf in der Turbine?
Hier gelten Gleichgewicht und ein reiner Stoff. In der Strömungsmaschine gibt es Druckgefälle, nichtgleichgewichtige Kondensation und Beimengungen. Die Stoffwerte sind schematisch, nicht aus Dampftafeln.
Warum überhitzt man den Dampf?
Die Überhitzung schiebt den Zustand rechts der Glocke, wo x = 1 gilt: der Dampf ist trocken. So mindert man die Schaufelerosion und kann bis zu niedrigerer Temperatur expandieren — bei gleicher Wärmezufuhr mehr Arbeit.