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Startseite/Klassische Mechanik/Fahrradstabilität (2D)

Fahrradstabilität (2D)

Seitenansicht: Neigung, Nachlauf der Gabel und Kreiselmoment der Räder. Von Geschwindigkeit und Nachlauf hängt ab, ob das Fahrrad zur Senkrechten zurückkehrt.

4.5 m/s
52 mm
0.34 m
2.2 kg
0.28 m
82 kg
12 kg·m²
0.85 N·m·s/rad
6 °
ω des Rades = v/R13.24 rad/s
Lineare Reserve (Rückstellung − Gewichtskraft)45.3 N·m/rad
Geschätzte v für Stabilität (kleiner φ)4.11 m/s

Tastenkürzel

  • •Leertaste — Start
  • •R — Pause und Zurücksetzen

Zum Modell

Ein Fahrrad ohne Hände kann eine Neigung selbst ausgleichen — aber nicht bei jeder Geschwindigkeit. Im Modell kleiner Neigungswinkel φ erzeugt die Gewichtskraft ein Kippmoment um den hinteren Aufstandspunkt, die Lenkgeometrie (Nachlauf der Gabel) ein Rückstellmoment ∝ v². Der Kreiselsummand der drehenden Räder skaliert wie Iω² ∝ (v/R)². Das ist nicht das vollständige Whipple–Carvallo-Modell: es gibt keinen Lenkwinkel als eigenen Freiheitsgrad, keine Reifen und keinen Fahrer. Man ändert Geschwindigkeit, Nachlauf und Radradius; den Kreisel kann man abschalten, um zu vergleichen, was mehr zählt: die Geometrie oder die Raddrehung.

Für wen: Hochschule: Starrkörperdynamik und Stabilität; Vergleich von Gabelnachlauf und Kreiselwirkung.

Wichtige Begriffe

  • Nachlauf der Gabel
  • Kreiselmoment
  • Neigungswinkel
  • kritische Geschwindigkeit
  • Stabilität

So funktioniert es

Gleichung der kleinen Neigungswinkel: Iφ̈ = mgh sin φ − β(v) v² φ − k_g I_w (v/R)² φ − cφ̇. Der erste Term kippt, Nachlauf und Kreisel der Räder stellen zurück. Bei kleinem v reichen die Rückstellterme nicht, φ wächst. Auf dem Bildschirm: Seitenansicht und Graph φ(t). Die vollständige Lenkdynamik und die Reifen fehlen.

Wichtige Gleichungen

Iφ̈ = mgh sin φ − β(v) v² φ − k_g I_w (v/R)² φ − cφ̇ (Nachlauf + Kreisel, kleiner φ)

ω = v/R; größerer Nachlauf und schneller drehende Räder erhöhen die Rückstellsteifigkeit bei gegebener Geschwindigkeit.

Häufige Fragen

Warum fällt das Fahrrad bei kleiner Geschwindigkeit um, bei großer aber nicht?
Die Rückstellmomente von Nachlauf und Kreisel der Räder wachsen mit v². Bei kleiner Geschwindigkeit überdecken sie das Kippmoment mgh sin φ nicht: die Neigung wächst. Oberhalb einer charakteristischen Geschwindigkeit wird die lineare Reserve positiv — eine kleine Neigung klingt ab.
Reicht das Kreiselmoment der Räder, damit das Fahrrad von allein steht?
In der Regel nein: bei vielen Rädern bleibt die Selbstaufrichtung auch bei abgeschwächtem Kreiselsummanden. Wichtiger sind Nachlauf der Gabel und Massenverteilung. Der Kreisel ist hier ein eigener Term; man kann ihn abschalten und vergleichen.
Warum ist das kein vollständiges Fahrradmodell?
Es fehlt der Lenkwinkel als eigene Koordinate, der Reifenschräglauf und das Handeln des Fahrers. Das vollständige lineare Modell ist das von Whipple–Carvallo. Hier bleiben zwei schulische Beiträge zum Neigungsmoment: Nachlauf und Raddrehung.