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Startseite/Chemie/Freie Enthalpie

Freie Enthalpie

ΔG = ΔH − TΔS; Vorzeichen und Freiwilligkeit bei konstantem Druck und konstanter Temperatur (ohne Q und K).

Zustandsänderung (Produkte − Edukte)

-50 kJ/mol
120 J/(mol·K)
298 K

Gemessene Größen

TΔS35.76 kJ/mol
ΔG-85.76 kJ/mol
Bei konstantem p, Tfreiwillig (ΔG < 0)
ΔG < 0 — Hinreaktion begünstigt (Modell)

Ein endothermer Vorgang (ΔH > 0) kann freiwillig sein, wenn TΔS groß genug ist; ein exothermer mit stark negativem ΔS kann bei niedrigem T nicht freiwillig werden.

Zum Modell

Die freie Enthalpie G entscheidet über die Freiwilligkeit eines Vorgangs bei konstanter Temperatur und konstantem Druck: ΔG = ΔH − TΔS. Ist ΔG negativ, ist der Vorgang in Richtung der Produkte thermodynamisch begünstigt; ist ΔG positiv, ist er es nicht; ΔG = 0 bedeutet Gleichgewicht. Das Vorzeichen bestimmt nicht die Enthalpie oder die Entropie allein, sondern ihr Zusammenspiel und die Temperatur: ein endothermer Vorgang (ΔH > 0) kann freiwillig ablaufen, wenn ΔS > 0 groß genug und T hinreichend hoch ist. Man stellt ΔH, ΔS und T ein; auf dem Bildschirm stehen Betrag und Vorzeichen von ΔG. Reaktionsquotient Q, Gleichgewichtskonstante K und die Kinetik gehören nicht dazu: es ist nur das Vorzeichenkriterium für einen bestimmten, so notierten Vorgang.

Für wen: Gymnasium (Oberstufe) und erstes Semester: Thermodynamik, Freiwilligkeit, zweiter Hauptsatz.

Wichtige Begriffe

  • freie enthalpie
  • enthalpie
  • entropie
  • freiwilligkeit
  • zweiter hauptsatz der thermodynamik
  • endothermer vorgang
  • exothermer vorgang

So funktioniert es

Bei konstanter Temperatur und konstantem Druck zeigt das Vorzeichen von ΔG (Produkte minus Edukte), ob der Vorgang in Richtung der Produkte begünstigt ist: ΔG < 0. Nach ΔG = ΔH − TΔS verstärken oder schwächen Enthalpie und Entropie einander je nach T. Schieberegler für ΔH, ΔS und T; auf dem Bildschirm TΔS, ΔG und die Angabe zur Freiwilligkeit. Ohne Aktivitäten, Q und die Konstante K.

Wichtige Gleichungen

ΔG = ΔH − TΔS · (konst. p, T; Vorzeichen → Freiwilligkeit der Hinreaktion)

Häufige Fragen

Wenn ΔG < 0 ist, läuft die Reaktion sofort ab?
Nein. Ein negatives ΔG sagt nur die thermodynamische Begünstigung, nicht die Geschwindigkeit. Die Geschwindigkeit bestimmen Kinetik und Aktivierungsenergie: das Rosten von Eisen ist freiwillig, kann aber ohne Katalysator oder Erwärmung sehr langsam sein.
Kann eine endotherme Reaktion (ΔH > 0) freiwillig ablaufen?
Ja, wenn ΔS groß genug ist: der Term −TΔS überwiegt das positive ΔH. Beispiel ist das Schmelzen von Eis oberhalb von 0 °C: Wärme wird aufgenommen, aber der Entropiezuwachs macht ΔG negativ.
Warum fehlt hier die Gleichgewichtskonstante K?
Behandelt wird nur ΔG = ΔH − TΔS und das Vorzeichen der Freiwilligkeit. Die Beziehung ΔG° = −RT ln K ist der nächste Schritt: dazu gehören Standardzustand und Reaktionsquotient Q. Die nimmt dieses Modell nicht auf.
Worin unterscheidet sich ein freiwilliger Vorgang von einem exothermen?
Exotherm heißt ΔH < 0 (Wärme wird abgegeben). Freiwillig heißt ΔG < 0: der Vorgang kann ohne ständige äußere Arbeit ablaufen. Ein endothermer Vorgang kann ebenfalls freiwillig sein, wenn ihn der Entropiezuwachs bestimmt.