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Startseite/Astronomie und Himmel/Sonnenfinsternis (Geometrie)

Sonnenfinsternis (Geometrie)

Der Mond zwischen Sonne und Erde: Winkeldurchmesser der Scheiben, Kegel von Kern- und Halbschatten, Bahnneigung zur Ekliptik.

Geometrie

1
0°

Reihenfolge Sonne–Mond–Erde. Innere Tangenten (rot) begrenzen den Kernschatten; äußere (gestrichelt) den Halbschatten. Die Mondbahn ist um ~5° gegen die Ekliptik geneigt; eine kleine Vertikalverschiebung zeigt, warum die meisten Neumonde keine Finsternis liefern.

Gemessene Größen

θ_Mond (Bogensekunden)932
θ_Sonne (Bogensekunden)960
θ_Mond/θ_Sonne0.971
Totale Finsternis (nach Größe)möglich
Kernschatten durch den Erdmittelpunktja

Zum Modell

Eine Sonnenfinsternis tritt ein, wenn der Mond zwischen Sonne und Erde steht und sein Schatten auf die Erde fällt. Die Winkeldurchmesser von Sonne und Mond am Himmel sind nahezu gleich: θ ≈ D/r (kleiner Winkel), daher kann die Mondscheibe die Photosphäre bedecken. Die inneren Tangenten an Sonne und Mond bilden den Kernschattenkegel; die äußeren den Halbschatten. Im Kernschatten ist die Sonne ganz verdeckt, im Halbschatten teilweise. Reicht der Kernschattenkegel nicht bis zur Erde (Mond weiter entfernt, nahe dem Apogäum), sieht man einen Ring — eine ringförmige Finsternis. Die Mondbahn ist um etwa 5° gegen die Ekliptik geneigt, daher gibt es nicht bei jedem Neumond eine Finsternis, sondern nur nahe den Knoten. Die Körper sind kugelförmig, die Bahnen kreisförmig; der Abstand Erde–Mond wird mit dem Regler gesetzt.

Für wen: Klasse 7–9, Astronomie: Sonnenfinsternis. Kernschatten, Halbschatten, Bahnknoten.

Wichtige Begriffe

  • sonnenfinsternis
  • kernschatten
  • halbschatten
  • winkeldurchmesser
  • totale finsternis
  • ringförmige finsternis
  • ekliptik
  • bahnknoten

So funktioniert es

Eine Sonnenfinsternis — wenn der Mond zwischen Erde und Sonne steht. Der Kernschattenkegel ist der Bereich, in dem die Photosphäre ganz verdeckt ist; der Halbschatten der, in dem man einen Teil der Scheibe sieht. Der Regler des Abstands Erde–Mond zeigt, ob der Schatten die Oberfläche erreicht (totale Finsternis) oder ein Ring sichtbar ist. Die Bahnneigung erklärt, warum die meisten Neumonde ohne Finsternis bleiben.

Wichtige Gleichungen

θ ≈ R / d (kleiner Winkel) Kernschatten / Halbschatten: Tangenten Sonne ↔ Mond, verlängert zur Erde

Häufige Fragen

Warum gibt es nicht bei jedem Neumond eine Sonnenfinsternis?
Die Mondbahn ist um etwa 5° gegen die Ekliptik geneigt. Bei den meisten Neumonden zieht der Mond oberhalb oder unterhalb der Sonne vorbei. Eine Finsternis gibt es, wenn der Neumond nahe einem Knoten liegt, dem Schnittpunkt der Mondbahn mit der Ekliptikebene.
Wovon hängt es ab, ob die Finsternis total oder ringförmig ist?
Vom Abstand des Mondes zur Erde. Die Bahn ist leicht elliptisch. Näher als im Mittel (Perigäum) ist der Winkeldurchmesser des Mondes größer als der der Sonne — der Kernschatten erreicht die Erde. Weiter (Apogäum) ist die Mondscheibe kleiner: der Schattenkegel reicht nicht bis zur Oberfläche, man sieht einen „feurigen Ring“.
Ist die Länge des Mondschattenkegels konstant?
Nein: sie ändert sich vor allem mit dem Abstand Erde–Mond. Steht der Mond weiter weg, ist der Kegel kürzer. Deshalb erreicht die Spitze des Kernschattens die Erde manchmal nicht (ringförmige Finsternis) und berührt sie manchmal nur knapp — ein schmaler Streifen der totalen Phase.
Warum ist der Streifen der totalen Phase auf der Erde so schmal?
Der Kernschatten des Mondes ist ein sich verjüngender Kegel. In etwa 380 000 km Entfernung ist sein Querschnitt auf der Erde von der Größenordnung 160–270 km. Der Halbschatten ist viel breiter und erzeugt auf großer Fläche eine partielle Finsternis.