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Startseite/Astronomie und Himmel/Lichtuhr und Zeitdilatation

Lichtuhr und Zeitdilatation

Zwei Lichtuhren — eine ruhend, eine mit v = βc bewegt: der Zickzack des Photons liefert T = γT₀ mit γ = 1/√(1 − β²).

Zwei Lichtuhren

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Ein Photon, das zwischen zwei parallelen Spiegeln im Abstand L hin- und herläuft, markiert die Zeit. In Ruhe ist die Periode T₀ = 2L/c. Bewegt sich die Uhr mit v = βc, sieht der Laborbeobachter den längeren pythagoreischen Zickzack, und die Periode dilatiert: T = γT₀ mit γ = 1/√(1 − β²). Zwei Ticks der bewegten Uhr entsprechen daher γ·T₀ der ruhenden Uhr — die klassische Herleitung der relativistischen Zeitdilatation, wie sie Experimente an Myonen, Atomuhren in Flugzeugen und GPS-Satelliten nutzen.

Gemessene Größen

γ1.2500
T₀ Eigenperiode2.0000
T Laborperiode2.5000
Tickverhältnis Ruhe/bewegt—

Zum Modell

Lichtuhr und Zeitdilatation: zwei gleiche Lichtuhren stehen nebeneinander — eine ruht im Labor, die andere bewegt sich mit v = βc. Jeder Tick ist ein Photon zwischen Spiegeln: im Ruhesystem der Uhr ist der Halbweg cT₀/2, im Labor durchläuft dasselbe Photon der bewegten Uhr die längere pythagoreische Hypotenuse cT/2. Weil c in beiden Inertialsystemen gleich ist, folgt T = γT₀ mit γ = 1/√(1 − β²). Am Bildschirm: Zickzackwege, der laufende Faktor γ und das Tickverhältnis — die Herleitung aus der Weggeometrie, nicht aus einer fertigen Formel. Annahmen: Inertialsysteme, ideale Spiegel, ohne Gravitation, transversal eindimensionaler Lichtweg. Wenn Sie β erhöhen, bleibt die bewegte Uhr hinter der ruhenden zurück.

Für wen: Oberstufe (Leistungskurs) und Studienbeginn: spezielle Relativitätstheorie, Zeitdilatation.

Wichtige Begriffe

  • lichtuhr
  • zeitdilatation
  • lorentz-faktor
  • spezielle relativitätstheorie
  • eigenzeit
  • lorentz-transformation

So funktioniert es

Die Lichtuhr vergleicht zwei gleiche Uhren — eine ruhende und eine mit v = βc bewegte. Ein Tick ist der Weg des Photons zwischen den Spiegeln: im Ruhesystem vertikal hin und zurück, im Labor im Zickzack entlang der längeren Hypotenuse. Die Lichtgeschwindigkeit c ist in beiden Systemen dieselbe, daher die Laborperiode T = γ T₀ mit γ = 1/√(1−β²).

Häufige Fragen

Warum gehen bewegte Uhren langsamer?
Die Lichtgeschwindigkeit ist in jedem Inertialsystem dieselbe, daher braucht der längere diagonale Photonenweg im Labor mehr Laborzeit zwischen zwei Ticks. Die Eigenzeit T₀ ist die Zeit im Ruhesystem der Uhr; im Labor misst man T = γT₀ > T₀. Die Uhr ist nicht „kaputt“: verschiedene Systeme registrieren unterschiedliche Koordinatenintervalle zwischen denselben Ereignissen.
Hängt die Zeitdilatation davon ab, welche Uhr sich „wirklich“ bewegt?
Bei rein relativer Bewegung sind die Systeme gleichberechtigt: jedes sieht die fremden Uhren nachgehen (das Zwillingsparadoxon verlangt eine Beschleunigung oder eine ausgezeichnete Route). Hier ist das Laborsystem fest, und β der bewegten Uhr wird zur Anschauung geändert. Ein häufiger Irrtum ist, nur eine Uhr sei im absoluten Raum „wirklich“ dilatiert.
Was geschieht, wenn die Geschwindigkeit nahe an der Lichtgeschwindigkeit liegt?
γ wächst unbegrenzt für β → 1, und die Ticks der bewegten Uhr dehnen sich auf der Laboranzeige stark. Bei β = 0 ist γ = 1, und beide Uhren stimmen überein. Das Modell bleibt in der speziellen Relativitätstheorie — ohne Gravitation und ohne beschleunigte Systeme —, daher ist das pythagoreische Argument der Lichtuhr exakt.