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Startseite/Astronomie und Himmel/Stern- und Sonnentag

Stern- und Sonnentag

Der Sonnentag ist etwa 4 Minuten länger als der Sterntag: nach einer Umdrehung ist die Erde auf der Bahn schon weitergewandert.

Rotation

1×

Zwischen benachbarten Sonnenmittagen dreht sich die Erde ~360,986° (die Bahn addiert ~0,986° pro Tag). Ein Sterntag ~23.93 h; der mittlere Sonnentag — 24 h — Unterschied ≈ 3 min 56 s, im Jahr sammelt sich ein zusätzlicher Sterntag.

Gemessene Größen

Zusätzliche Drehung / Sonnentag0.986°
Sterntag23.93h

Zum Modell

Stern- und Sonnentag unterscheiden sich: der Sterntag ist eine volle Drehung der Erde um 360° relativ zu den fernen Sternen. Der Sonnentag ist länger: in dieser Zeit wandert die Erde auf der Bahn weiter; damit die Sonne wieder auf demselben Ortsmeridian steht (Mittag), braucht es noch eine kleine Drehung. Pro Tag legt die Erde auf der Bahn etwa 360°/365,25 ≈ 0,986° zurück, daher verlangt der Sonnentag eine Drehung von ≈ 360,986°. Der Zeitunterschied ≈ (0,986°/360°) · 24 h ≈ 3,94 min — etwa vier Minuten. Die Bahn ist kreisförmig, die Geschwindigkeit konstant, die Achsneigung bleibt unberücksichtigt (keine Zeitgleichung). Die Alltagszeit hängt am Sonnentag; der Sterntag wird gebraucht, damit ein Stern an denselben Himmelspunkt zurückkehrt.

Für wen: Oberstufe und 1. Semester: Rotation und Umlauf der Erde, Zeitsysteme.

Wichtige Begriffe

  • sterntag
  • sonnentag
  • erdrotation
  • erdumlauf
  • ortsmeridian
  • winkelgeschwindigkeit
  • zeitgleichung

So funktioniert es

Der Sonnentag folgt aus zwei aufeinanderfolgenden Meridiandurchgängen der Sonne. Weil die Erde zugleich um die Sonne läuft, muss sie sich relativ zu den fernen Sternen etwas mehr als eine volle Umdrehung drehen zwischen zwei Mittagen. Der Sterntag ist etwa vier Minuten kürzer als der Sonnentag.

Häufige Fragen

Wenn sich die Erde in einem Sterntag um 360° dreht, warum dauert unser Tag 24 Stunden?
24 Stunden sind der Sonnentag, an die Sonne gebunden. Nach einer Drehung um 360° relativ zu den Sternen steht die Sonne noch nicht auf demselben Meridian: die Erde muss sie um etwa 1° Bahnverschiebung „einholen“ — etwa vier Minuten.
Erklärt das die Jahreszeiten?
Nein. Die Achsneigung zur Bahnebene ist hier absichtlich weggelassen, damit die reine Geometrie der Tage bleibt. Die Jahreszeiten entstehen durch die Achsneigung ≈ 23,4°, nicht durch die Länge des Sonnentags und nicht durch den Abstand zur Sonne.
Wozu brauchen Astronomen Sternzeit?
Sie ist an den festen Sternhintergrund gebunden: ein gegebener Stern kehrt nach einem Sterntag auf denselben Meridian zurück. So richtet man das Fernrohr bequemer. Die Sonnenzeit „wandert“ im Jahr leicht.
Ist der Unterschied von vier Minuten konstant?
Im Kreismodell ja. Bei der realen elliptischen Bahn und durch die Achsneigung ändert sich die Länge des Sonnentags um Sekunden; das beschreibt die Zeitgleichung. Der mittlere Unterschied bleibt bei etwa 4 Minuten.