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Startseite/Astronomie und Himmel/Bindungsenergie pro Nukleon

Bindungsenergie pro Nukleon

Qualitativer Verlauf von B/A über der Massenzahl A: Maximum bei Eisen, Fusion leichter und Spaltung schwerer Kerne.

Massenzahl

56

Schwere Kerne können durch Spaltung Energie abgeben (zum Maximum der Kurve), sehr leichte durch Fusion; beide Prozesse führen zu größerem B/A (Kurve nur qualitativ).

Gemessene Größen

B/A (Modell)8.21 MeV

Zum Modell

Die Bindungsenergie pro Nukleon ist die mittlere Bindungsenergie B/A in Abhängigkeit von der Massenzahl A. Die Bindungsenergie ist die Energie, die man braucht, um den Kern in Protonen und Neutronen zu zerlegen; man berechnet sie aus dem Massendefekt und E = mc². Der Graph von B/A hat ein Maximum nahe Eisen-56 (⁵⁶Fe). Kerne leichter als Eisen können durch Fusion Energie abgeben, indem sie sich dem Maximum nähern; schwerer als Eisen — durch Spaltung. Schaleneffekte und die Feinstruktur realer Daten fehlen: an der Form der Kurve sieht man, ob ein Prozess exotherm oder endotherm ist.

Für wen: Oberstufe und Studienbeginn der Kernphysik; Astronomie — stellare Nukleosynthese.

Wichtige Begriffe

  • bindungsenergie pro nukleon
  • massendefekt
  • kernfusion
  • kernspaltung
  • eisenpeak
  • stellare nukleosynthese
  • kernstabilität

So funktioniert es

Auf der Abszisse die Massenzahl A, auf der Ordinate die Bindungsenergie pro Nukleon B/A (schematische Kurve im Geist der Bethe-Weizsäcker-Formel, keine Massentabelle). Der Regler markiert das gewählte A. Links vom Eisenmaximum ist Fusion günstiger, rechts Spaltung: beide Prozesse führen zu größerem B/A. Schaleneffekte fehlen.

Häufige Fragen

Warum hat die Kurve ein Maximum bei Eisen?
Eisen-56 und Nickel-62 haben die größte Bindungsenergie pro Nukleon — die stabilsten Kerne. In Sternen läuft die Fusion bis zum Eisen, weil das Energie freisetzt. Elemente schwerer als Eisen brauchen Energiezufuhr und entstehen in Supernovae und anderen extremen Prozessen.
Wenn Fusion leichter Kerne günstig ist, warum ist sie auf der Erde so schwer?
Man muss gleichnamig geladene Kerne einander nähern und die Coulomb-Barriere überwinden. Dafür braucht man Temperaturen und Drücke wie im Sternkern — das Ziel der Anlagen zur kontrollierten Fusion, etwa ITER.
Gibt jede Spaltung Energie frei?
Nein. Die Spaltung ist exotherm für sehr schwere Kerne rechts vom Maximum (Uran, Plutonium). Eisen zu spalten würde Energie kosten. Selbst bei schweren Kernen braucht man in der Regel ein Neutron, um die Aktivierungsbarriere zu überwinden.
Was ist der Massendefekt?
Das ist die Differenz zwischen der Summe der Massen freier Protonen und Neutronen und der gemessenen Kernmasse. Die „fehlende“ Masse ist die Bindungsenergie nach E = mc²; bei Fusion oder Spaltung erscheint die Änderung dieser Energie als Freisetzung oder Aufnahme von Energie.